Ziele, die wir uns gesteckt haben

  • Anerkennung der Vielfalt der Familienformen als Bestandteil der Gesellschaft und als Grundlage für die Familien- und Sozialpolitik

  • Wirtschaftliche Grundsicherung für jedes Kind: 500 € monatlich unabhängig vom Einkommen der Eltern.

  • Kostenlosen Rechtsbeistand bei Unterhaltsneufestlegung und Unterhaltseinforderung

  • Unterhaltsvorschuss, unabhängig vom Einkommen

  • Arbeitsplatzsicherung für Familien mit Kindern und Hilfestellung bei der Arbeitssuche

  • Förderung von familienfreundlichen Maßnahmen in privaten und öffentlichen Betrieben.

  • Berücksichtigung der besonderen Situation von Alleinerziehenden bei allen Landesbeiträgen, um Kinderarmut entgegen zu wirken.

  • Wertschätzung der Plattform für Alleinerziehende durch Beteiligung an Entscheidungen in Familien- und Sozialfragen (Familienbeirat)  


      Zahlen und Fakten

In Südtirol leben laut ASTAT 62.000 Paare mit Kindern und 30.000 Paare ohne Kinder.

Zu den 62.000 Familien kommen 33.700 Ein- Eltern-Haushalte hinzu, in welchen Mütter oder Väter mit einem oder mehreren Kindern alleine leben.
Rechnet man die Patchworkfamilien zu den Ein-Eltern-Familien dazu, leben zurzeit 30-35% der Kinder in Südtirol in diesen Familienformen, Tendenz steigend!

Die Hauptschwierigkeiten von Alleinerziehenden sind finanzieller, rechtlicher und emotionaler Natur. Allein mit Kind/er zu leben, kann für viele nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein Überlebenskampf sein.

Der überwiegende Teil der alleinerziehenden Frauen ist erwerbstätig, da sie aus ökonomischen Gründen dazu gezwungen sind. Der Lebensstandard bzw. die Lebenserhaltungskosten sind in Südtirol im Vergleich zum restlichen Italien extrem hoch. Löhne und Gehälter hingegen sind eher konstant geblieben.
Alleinerziehende wenden pro Woche ca. 75-90 Stunden für Berufs-, Haus- und Familienarbeit auf und sind somit die Bevölkerungsgruppe mit der höchsten Arbeitsbelastung. 

Gleichzeitig ist die Gefahr des Armutsrisikos bei Alleinerziehenden und ihren Kindern sehr hoch.



        Geschichte der Südtiroler Plattform für Alleinerziehende

Die Südtiroler Plattform wurde 1994 aus den Gesprächsgruppen für Alleinerziehende in Brixen und Meran, die vom Katholischen Familienverband geführt wurden, gegründet. Hintergrund war die Auffassung, dass man zum Wohle der Alleinerziehenden (AE) als Verein mehr Gewicht in der Öffentlichkeit hat und damit mehr erreichen kann.

Der Name wurde von der Österreichischen Plattform für AE übernommen, da mit ihnen bereits ein loser Kontakt bestand. So wurde die Südtiroler Plattform ins Leben gerufen. Der Begriff Plattform wurde gewählt, um für alle Teil-Familien, d.h. ledige Mütter, verwitwete Väter und Mütter, getrenntlebende und geschiedene Eltern sowie Patchworkfamilien, ein Sprachrohr und Ansprechpartner zu sein. Es gab einen Geschäftsführer und einen Vorstand, deren erste Präsidentin Frau Barbara Malfertheiner aus Bozen war. Bald stellte sich heraus, dass die Plattform keinen Geschäftsführer brauchte, sondern eine motivierte Schreibkraft bzw. Koordinatorin.

Bereits nach einem Jahr wurde aufgrund einer Umstrukturierung ein neuer Vorstand gewählt. Frau Maria Ennemoser aus Dorf Tirol übernahm nun für 3 Jahre das Amt der Präsidentin. Die Plattform fand auch eine gute Schreibkraft und Koordinatorin in Frau Gaby Hochweber, und im Kolpinghaus Bozen wurde eine Büroecke in Untermiete eingerichtet, wo der Verein bis 2001 blieb. Mit der Heirat und dem Ausscheiden der Koordinatorin 1997 kam die Plattform arg ins Wanken. Man dachte sogar daran, sie aufzulösen. Mit einem Inserat fand man dann doch eine neue Koordinatorin, die wusste, was die Plattform braucht. Frau Gertrud Calenzani Gänsbacher  brachte wieder neuen Schwung in den Verein und es entstanden auch gleich neue Gesprächsgruppen. Neben Meran und Brixen kamen Sarnthein, Sterzing und Völs dazu.


Bei den Neuwahlen 1998 wurde zunächst Frau Dalvai Sabine Präsidentin, die jedoch aus privaten Gründen nach einem Monat zurücktrat. Seitdem ist Ida Lanbacher die Präsidentin der Südtiroler Plattform für Alleinerziehende. Der Verein fand mit Frau Anni Plattner eine wunderbare Teilzeit-Sekretärin, sie und die Präsidentin wurden von Gertrud Calenzani in den Geschäftsgebaren einarbeitet und dann machten sie sich mit neuem Schwung und neuen Ideen an die Arbeit. Frau Calenzani blieb jahrelang eine wertvolle Stütze, sie war für 3 Jahre im Vorstand und von 1998-2003 Delegierte der Plattform im Landesbeirat für Chancengleichheit. Seit 2003 ist Lanbacher Ida ebenfalls (zunächst als Ersatzvertreterin für Maria Federspiel vom Hausfrauenverband) später als Vollmitglied im Beirat vertreten.


Ab September 2001 hatte die Plattform ein eigenes Büro im 2. Stock in der Poststraße 16 in Bozen, seitdem konnten die Angebote erweitert werden. Die Öffnungszeiten wurden vermehrt in Anspruch genommen. 

Die Plattform begann Rechtsberatung anzubieten und organisierte monatlich im Büro Vorträge. Seit 2005 bietet der Verein auch Familien-Mediation an. Die Plattform wurde zunehmend von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen.


Auch politisch konnte zum Wohle der Ein-Eltern-Familien  zusammen mit dem Beirat für Chancengleichheit einiges bewirkt werden. So wurde die Definition der Alleinerziehenden geändert, die Unterhaltsvorschussstelle eingerichtet sowie die Kinderarmutsstudie verfasst.

Kontakte wurden auch über die Landesgrenzen hinaus geknüpft, indem die Plattform 2006 ein grenzübergreifendes Treffen mit Organisationen für Alleinerziehende aus Österreich, Deutschland und der Schweiz organisierte. Daraus entstand 2007 in Berlin das „ Europäisches Netzwerk für Ein-Eltern-Familien“ ENoS, dem sich bereits 8 Staaten angeschlossen haben. Die Kontakte werden durch jährliche Treffen gepflegt und Ida Lanbacher ist zurzeit die amtierende Präsidentin des Netzwerkes.

Es wurde auch mit der italienischen Vereinigung „Genitori soli“ Kontakt aufgenommen.

2011 erfolgte der Umzug in die heutigen Räume in die Dolomitenstraße 14 (Premstallerhof) in Bozen.

Zu ergänzen ist, dass Ida Lanbacher für ihren langjährigen Einsatz für die Einelternfamilien in Südtirol zunächst 2008 mit dem Südtiroler Ehrenzeichen für die Ehrenamtlichen ausgezeichnet wurde und darüber hinaus erhielt sie im Jahr 2012 den Tiroler Verdienstorden.